„Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See. Weihnachtlich glänzet der Wald. Freue dich, 's Christkind kommt bald. Bald ist heilige Nacht. Chor der Engel erwacht. Hört nur, wie lieblich es schallt. Freue dich, 's Christkind kommt bald.“ – Was für ein schönes Weihnachtslied. Heute klingt es besonders schön. Schnee - unser Boxerhund wollte die Nacht schon mal unbedingt auf Pirsch gehen und war begeistert über die weiße Wunderwelt.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37). So sagt es Jesus in der Jahreslosung. Viel zu oft haben wir uns als Kirche hinter dicken Kirchenmauern zurückgezogen, Leute eingeladen, gewartet, wer kommt, waren oft genug enttäuscht, wenn nur wenige kamen. Jesus hat auch eingeladen, aber vor allem ist er auch selber hingegangen, zu den Menschen, auf die Plätze, an die Häuser. Er ist die offene Tür und zugleich die große Einladung Gottes an die Menschen.

Im Kindergarten meiner Vikariatsgemeinde in Landau-Nussdorf gab es an Nikolaus immer einen großen Auftritt: der Nikolaus kam mit einem Weihnachtsengel, las aus einem großen Buch zu jedem Kind etwas vor, und dann wurden die Geschenke verteilt! Gerne denke ich an die beiden, den Nikolaus und seinen Engel, die das immer so schön gemacht haben. In Hessen durfte ich in den letzten Jahren selber in einem Nachbarskindergarten, wo ich unbekannt genug war, in die Rolle des Nikolaus schlüpfen – die Kinder wollten so viel wissen, ich war immer ganz schön aufgeregt vor diesen Auftritten, aber staunte auch über die Freude der Kinder, ihren Wissensdrang, die Gedanken, die sie sich machten.

Puh, die Heiligen verlangen aber auch einiges ab – gestern erst einmal die Zweige der heiligen Barbara in die Vase gestellt, nun bloß nicht den Stiefel vergessen, der in der Nacht für den heiligen Nikolaus bereit stehen sollte, damit er ihn auch füllen kann – heimlich und unerkannt, wie er am liebsten arbeitet! – Aber es sind doch wunderbare Tage. Das Vorbild von Menschen vor langer Zeit leuchtet auf vor unseren Augen. Und Brauchtümer haben sich entwickelt, die auch der Seele gut tun: ein blühender Zweig mitten im Winter.

Ein paar Zweige, etwas trostlos in der Vase. Und doch besondere Hoffnungsboten. Frisch geschnitten. Barbarazweige. Denn heute ist Barbaratag. Die heilige Barbara soll um das Jahr 300 den Martyrertod gestorben sein. Ihr Vater wollte sie gut verheiraten, aber sie wollte nicht heiraten und ließ sich stattdessen taufen. Obwohl er sie in einen Turm hat einsperren lassen, konnte der Vater den Willen seiner Tochter nicht brechen. So soll er sie, enttäuscht über ihre in seinen Augen Störrigkeit, es mit dieser Sekte der Christinnen und Christen zu halten, dem Statthalter übergeben haben, der sie zum Tode verurteilte.

Was am Ende von der Trauung hängen blieb, war der feierliche Einzug zu einem wunderbaren Orgelspiel: das Brautpaar zog in die Kirche ein. Menschen schauten mit feucht schimmernden Augen zu. – Was am meisten getröstet hat bei der Trauerfeier, war die Orgelintonation des bekannten Leonhard-Cohen-Stücks: Halleluja, als die Urne aus der Kirche getragen wurde – die Musik war so ausdrucksstark, der Klang wie von einer anderen Welt, als grüßte der Himmel und würde sagen: den, den ihr vermisst, er ist doch längst daheim! –

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