Heute war unsere Rückfahrt geplant. Vier Tage Konfirmandenfreizeit in Bremerhaven. Die Abschlussfahrt nach einem Jahr gemeinsamem Unterricht sollte es werden, Bremerhaven haben sich die Jugendlichen selber als Ziel ausgesucht. Das Klimahaus wollten wir besuchen, einen Blick ins Auswandererhaus werfen, freie Zeit genießen, einen Gottesdienst in Bremerhaven erleben, eine Hafenrundfahrt machen und einfach auch ganz viel Spaß haben, vier Wochen vor dem geplanten Vorstellungsgottesdienst und den im Mai dann folgenden Konfirmationen. Seit Anfang März 2020 ist alles anders. Die Freizeit mussten wir absagen. Die letzten Proben für den Vorstellungsgottesdienst konnten alle nicht mehr stattfinden. Für die Konfirmationen im Mai haben wir nun Ausweichtermine im September gefunden.

Ob bis dahin groß gefeiert werden kann und vor allem auch Jung und Alt, Großeltern und Enkel wieder zusammenkommen dürfen? Und ob wir noch eine Abschlussfahrt hinbekommen – wer kann das jetzt schon sagen?! – Aber die Zuversicht wollen wir uns nicht nehmen lassen. Überhaupt, liebe Konfis, jetzt rede ich euch mal direkt an: ihr habt das alles tapfer und mit Fassung getragen. Ein Jahr lang habt ihr euch auf eure Konfirmation gefreut, und für die Maitermine gab es sogar Gäste, die mit dem Flieger von weit her anreisen wollten und alles schon gebucht hatten. Und natürlich sollte die Freizeit auch noch mal einen richtig schönen Abschluss darstellen. Und jetzt die ganze Unsicherheit, wann es weitergeht, das ist auch für euch nervig! Aber es gibt immer einen Weg, der weiterführt, und Gott wird ihn uns zeigen. Ihr werdet euren Kindern oder Enkelkindern etwas zu erzählen haben, wenn ihr später einmal auf eure Konfirmation zu sprechen kommen werdet: „Das war damals, wo eine riesige Pandemie in Deutschland wütete, ihr könnt euch das gar nicht vorstellen, und wir konnten wochenlang keine Unterschriften für Gottesdienste sammeln, weil es keine Gottesdienste gab!“ Und hoffentlich werden euch eure Kinder dann mit großen Augen anschauen und sich das gar nicht vorstellen können – ja, hoffentlich müssen wir eine solche Pandemie nicht noch mal erleben! Aber wenn ihr dann endlich konfirmiert werdet: dann sollt ihr auch richtig feiern. Und vielleicht wird alles in diesem Jahr einen höheren Stellenwert haben: dass Gäste kommen können, dass wir in der Kirche sitzen, dass ihr feiern könnt, dass es Geschenke gibt, dass wir so steril wie möglich und doch irgendwie Abendmahl empfangen und ihr beim Segen Hände auf eurem Kopf spürt, die euch Gottes Fürsorge zusprechen. Und dass euch eure Familie mal drücken darf, weil sie so stolz auf euch sind! All das werdet ihr in diesem Jahr vielleicht als etwas viel Besonderes erleben als andere Jahrgänge vor euch! Und ich werde nicht vergessen, wie wir zweimal Unterricht nur über WhatsApp mit kleinen Aufgaben gemacht haben. Und wie wir in den Osterferien wenige Wochen vor der eigentlichen Konfirmation immer noch nicht wussten: wann es nun wirklich so weit sein wird, und wie dann alles ablaufen wird! „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Das ist die Jahreslosung für dieses Jahr, zu der ihr ja auch schon viel erarbeitet habt. Ich weiß nicht, wie Konfirmation 2020 werden wird. Ich vertraue aber, dass wir das auch in diesem Jahr irgendwann mit euch festlich und schön feiern können! Und ich glaube, dass Gott uns – euch – niemals verlässt, sondern in solchen unsicheren Zeiten nur umso näher sein will. „Fürchte dich nicht! Ich habe dich ins Leben gerufen. Ich weiß um dich! Und ich bin mit meiner Liebe und dem Heil, das ich dir schenken will, für dich da!“ (nach Jesaja 43,1).

Kommt alle gut und behütet durch diese Zeit! Euer Pastor Gerald

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