Die Predigt gestern zum Orgelspiel von „Blowing in the wind“ war daheim an den Smartphones nicht für alle gut zu verstehn. Darum schicke ich heute den ersten Teil der Predigt mit, und morgen kommt dann der zweite (ist hier in der Rubrik sonst bisschen lang mit einem Mal) – einfach noch mal zum Nachlesen, wer mag. Und habt dabei im Hintergrund die Melodie im Ohr: Blowing in the wind!

Bleibt behütet auch an diesem neuen Tag! Euer Pastor Gerald

1) Wie lang ist es her, dass du das Wort Corona noch nicht kanntest oder es nur als Fremdwort neben tausenden hast gehört?/Wie lang ist es her, dass kein Gedanke an Ansteckung deine Umarmungen mit lieben Menschen hat gestört?/Wie lang ist es her, dass du hinter der Theke deiner Gaststätte standest. Bereit für die 100 Gäste der Geburtstagsfeier: sie waren dir jeden Einsatz wert!/Die Antwort weiß vielleicht der Wind, doch deine Seufzer und Fragen haben jetzt ihre Zeit: Gott kommt zu dir in allen Schmerz und alle Einsamkeit.

 

2) Wie lang ist es her, dass du spontan sagen konntest, das Wetter ist schön, wir fahren nach Dagebüll, setzen über auf Föhr!/ Wann war er, dein letzter Ausflug mit der Familie Richtung Strand, mal schnell mit dem Zug auf Sylt, es kommt dir vor, als wär es Jahre her!/ Hast du an Weihnachten nicht noch Urlaubspläne geschmiedet. Ein lohnendes Reiseziel für den Sommer, möglichst weit , die Auswahl fiel schwer/Manchmal kommt es ganz anders im Leben, und all unsere Träume und Pläne führen nicht zum Ziel., sei dankbar: du bist gesund! Hast Menschen! Du darfst leben! Das ist ganz schön viel!

3) Wie lang ist es her, dass du an die Arbeit gingst und dir keine Gedanken machtest: komme ich auch wirklich wohlbehalten wieder nach Haus!/ Wie lang ist es her, dass du dich nicht komplett in Schutzkleidung hast hüllen müssen, heute siehst du an der Arbeit so verändert aus!/Wie lang ist es her, dein letztes freies Wochenende, momentan bist du im Dauereinsatz, und manchmal erhältst du für deine Systemrelevanz einen Applaus!/Du weißt längst, wofür du da bist, jedes Strahlen eines Heimbewohners bringt dich aus dem Haus. Nur der Gehaltszettel sieht leider noch immer viel zu dürftig aus!

4) Wie viele Menschen schlafen derzeit ganz schlecht ein, weil ihr Herz von Existenzsorgen so schwer!/ Wie viele vereinsamen hinter Pflegeheimmauern, vermissen ihre liebsten Angehörigen so sehr!/ Wie viele ertragen es kaum noch nur auf Bildschirme zu schauen im Gespräch mit lieben Menschen,ein Smartphone in der Hand ist kalt – das ist nicht fair!/Die Fragen trägt der Wind davon, und manches kann man so schwer erklärn. Doch dein Gott hält keinen Abstand zu dir, flüstert: Ich bin bei dir Tag und Nacht, das kann uns niemand verwehrn!

5) Wie vielen Familien bringt die Belastung längst an Grenzen: Homeoffice und gleichzeitig die Schulen zu, die Kids zu Haus!/ Denkst du an die Alleinerziehende, die arbeiten und ihre Kinder rund um die Uhr betreuen muss: sie sieht abends fix und fertig aus!/Wie vielen Kindern fehlt das Spielen mit Freunden vor der Tür, und was ist mit dem Jungen, dessen Vater ihn oft schlägt mit Gürtel und Faust?/ Ich wünsch mir so sehr, dass du, Gott, diese Knder beschützst, und dass du über ihre Tränen und ihr Weinen wachst: dass du ihnen einen Lichtblick gibst und bald wieder mit all deinen Menschenkindern lachst!

6) Wie lange ist er her, der letzte Gottesdienst mit Euch hier in einer unsrer Kirchen: wir haben gesungen und gebetet und mussten nicht auf Abstand machen!/Es gab am Ausgang noch Tee und Pätzchen, Tanja hat das vorbereitet, und so war Zeit auch noch zum Schnacken!/ Heute sollte hier Konfirmation stattfinden, ihr Konfis habt euch so darauf gefreut, alles war schon geplant, ihr wolltet feiern, es sollte mächtig krachen!/ Wir holen das nach, ihr sollt noch feiern, doch seid auch schon bis dahin ganz gestärkt: Gott verspricht schon heute: ich werde immer mit euch sein, und ich wünsch so sehr, dass ihr das merkt!Denkt dran: Es werden Berge weichen, Hügel fallen, die Erde kann erbeben: Doch Gott sagt: Ich will dir Kraft und deinem Leben Hoffnung geben.

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