Puh, ist die Konfirmandenzeit schnell vergangen! 
„Schnell???“ Denkt ihr jetzt vielleicht. 
„Na ja, uns hat es echt gereicht, jeden Donnerstag zum Unterricht, nach einem langen Schultag dann noch mal anderthalb Stunden in einem Pastorat sitzen und zuhören oder zumindest so wirken, als hörten wir zu …“ – Ok, also, ich zumindest empfand die Zeit ganz schön kurz. Weil ich ja erst im Sommer nach Nordfriesland gezogen bin, konnte der Unterricht erst nach den Sommerferien starten.

Gemeinsam im Kloster

Beim Buchdrucken in Schleswig

Und jetzt ist schon die heiße Vorbereitungsphase auf Vorstellungsgottesdienst und Konfirmation! Bis ich erst einmal eure Namen drauf hatte – ihr wart echt geduldig, wenn ich euch noch so manches Mal falsch anredete! – Wisst ihr noch – unsere erste Stunde im Pastorat Horsbüll? „Affe, Affe, Sau“ – ein wunderschönes Spiel, wie ich finde! Dann kam das Kirchenjubiläum in Emmelsbüll. Einige von euch kamen mit auf den Turm und durften sogar im Treppenhaus Graffiti-Spuren hinterlassen! – An Erntedank wurdet ihr in den vier Kirchen vorgestellt. Und dann unsere Fahrt nach Schleswig: Bibelmuseum, Übernachtung in der Jugendherberge … 
Und der zwischendurch verschwundene Zimmerschlüssel, worauf bald die halbe Konfigruppe kurzerhand ihr Nachtlager in den Flur verlegte. Das gab am anderen Morgen eine Strafpredigt der Herbergsmutter!


Nach den Herbstferien bereiteten wir zusammen den Volkstrauertagsgottesdienst vor, und einige von euch beteiligten sich in wunderbaren Kostümen an den Krippenspielen in Horsbüll und Klanxbüll! – Unser Schrottwichteln vor Weihnachten brachte beim Auspacken Überraschendes zum Vorschein (längst nicht alles war Schrott!!!). Und mit den Neukirchener Konfis schauten wir eine Jesusverfilmung, wobei manchen vielleicht noch mehr die leckere Pizza der Klanxbüller Stuben in Erinnerung geblieben ist. Dann schon wieder Weihnachtsferien, und im neuen Jahr ein Freitagabend rund ums Thema: Tod und Auferstehung. Ihr gingt mutig mit Taschenlampen im Dunkeln über den Emmelsbüller Friedhof und studiertet die Botschaft von Grabsteinen. Und jetzt steht noch eine Abschlussfahrt nach Bremerhaven aus, und wir sind schon fast auf der Zielgeraden zur Konfirmation.

Fachgespräche beim Kirchenjubiläum

Ja, es war für euch bestimmt oft genug anstrengend und nervig. Gottesdienste mit langer Predigt sind ja nicht wirklich immer für Jugendliche gemacht! Im Konfirmandenunterricht fragtet ihr nach gefühlten 10 Minuten bereits danach, wann wir Pause machen. Aber die Pausen habt ihr geliebt, da ging es meist raus, die einen spielten Fußball, die anderen machten gymnastische Übungen oder erzählten sich die neuesten Trecker-Erlebnisse. Ja, es ging manchmal hoch her im Unterricht, und meine beliebte Drohung: Wenn ihr jetzt nicht mal leise werdet, müsst ihr zehnmal das Vater unser abschreiben – ich habe sie dann doch nie wahrgemacht. Und ihr wusstet das genau! –

auch die Jungs waren kreativ

Besonders rege ging es dafür in unserer WhatsApp-Gruppe zu. Wann wir Konfirmandenunterricht haben, wo am Sonntag Gottesdienst ist, wohin wir zur Konfifreizeit fahren – Dinge, von denen ich dachte, die hätten wir schon tausendmal im Unterricht besprochen, konnten eben doch tausendeinmal und mehr nachgefragt werden.

Levke Ingwersen hatte gekocht

Und jetzt lasst ihr euch konfirmieren. Das finde ich schön. Es haben sich im letzten Sommer nicht alle angemeldet, die vom Alter her als Konfirmanden in Frage kamen. Und das ist ein wichtiges Zeichen: Ihr müsst euch nicht konfirmieren lassen. Es soll wirklich: eure Entscheidung sein. Und ihr wollt es jetzt durchziehen!
 Zweifel, die habt ihr sicher – Zweifel an so vielem, und natürlich auch Zweifel an Gott, ob es ihn gibt, ob da wirklich etwas kommt nach dem Tod, ob Jesus mehr war als einfach nur ein Mensch. Aber vielleicht konnte die Zeit des Konfirmandenunterrichts und das, was ihr dabei erlebt habt, eine Ermutigung sein: mit Gott zu rechnen in eurem Leben. Aufmerksam zu sein für die Fingerzeige, die er uns für seine Gegenwart gibt. Darauf zu vertrauen, dass euer Leben einen Sinn hat. Und vielleicht gibt es doch die Momente, wo ihr etwas spürt von seiner Nähe! Und bitte vergesst nie: Gott liebt euch, so wie ihr seid. Wenn ihr gut gelaunt seid und genauso, wenn ihr zickig seid. Mit dem, was ihr könnt und mit dem, was euch nicht gelingt. Ihr seid von Gott gewollt, geliebt, bejaht. Ohne Wenn und Aber! Auch wenn ihr mal Mist baut im Leben: Gott bleibt euch in einer großen Liebe zugetan. Er hat mit euch einen Plan für diese Welt – aber lässt euch die Frei- heit euren eigenen Weg zu finden. Ich glaube, Gott versteht uns, wie uns sonst niemand auf dieser Welt verstehen kann. Und darum ist es so großartig mit diesem Gott zu leben. Und seid sicher: auch an Tagen, wo ihr euch am liebsten verkriechen wollt und noch nicht einmal in den Spiegel schauen mögt: Für Gott seid und bleibt ihr ein lie- benswerter Schatz. Beim Propheten Jeremia sagt Gott: „Ich habe dich je und je geliebt. Darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jeremia 31,3).

Konfitag Himmel und Erde

Jetzt aber genug der Worte. Danke für die Zeit, die ich mit euch haben durfte! Und wisst ihr, was ich mir noch wünsche? Na ja, also der Traum eines Pastors ist das nun mal: Wunderschön wäre, wenn wir uns nach eurer Konfirmation nicht erst wieder bei eurer Trauung oder so ähnlich sähen! Sondern wenn wir uns manchmal irgendwo über den Weg laufen und mal kurz schnacken können. Sonntags findet ihr mich weiterhin im Gottesdienst, da fallen Jugendliche in eurer Altersgruppe besonders ins Auge – und ihr braucht euch am Ende auch keine Unterschrift mehr abzuholen! Aber auch sonst soll euch das Pfarrhaus offen stehen – kommt vorbei, ihr seid willkommen! Vielleicht hat jemand von euch Lust mit auf den Kirchentag nach Dortmund zu kommen. Oder die kommenden Konfirmandinnen und Konfirmanden als Teamer zu begleiten. Oder mal gemeinsam einen Jugendgottesdienst hier im Kirchenkreis zu besuchen. Oder sich ab und an noch mal in der ehemaligen Konfigruppe zu treffen. Dann meldet euch – ich freue mich über eure Ideen!

Euer Gerald Rohrmann, Pastor

 

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Konfitour nach Schleswig

In den Herbstferien war es endlich so weit. Wir starteten zu einer Konfi-Kurz-Tour nach Schleswig. Das Bibelzentrum dort war unser Haupt-Reiseziel. Eine Übernachtung in der Jugendherberge und ein Abstecher zum Dom sollten das Programm abrunden. Mit dem Regionalzug ging es über Husum mit 21 Jugendlichen los – Sigrid Brandenburg und Pastor Rohrmann begleiteten die Gruppe.

 Konfis vor dem Dom

 

Das Bibelzentrum war schon ein Erlebnis. Sich mal als Nonne oder Nomade verkleiden zu können, einzutauchen in die Welt des Alten und Neuen Testaments, etwas erfahren über die Schreibmaterialien zu biblischer Zeit, an einem PC-Spiel Luther den Blitzen vor Erfurt ausweichen zu lassen oder an zwei Mühlsteinen Getreide wie zur Zeit Abrahams mahlen: viel gab es zu entdecken.

 

Besuch im Kloster

:Als Jude mit Tora Rolle    Buchdrucker zu Gutenbergs Zeiten   Monch und Nonnen

Schriftgelehrter mit Tora-Rolle         Buchdrucker zu Gutenbergs Zeiten            Mönch und Nonnen

 

 Impressionen aus dem Bibelmuseum

Abends stand dann eine Runde Bowling auf dem Programm. Drei Bahnen hatten wir für uns, mancher schwang zum ersten Mal in seinem Leben die Kugel, anderer war richtiger Profi!

Die große Aufregung kam in der Jugendherberge – ein Zimmerschlüssel der Jungs war spurlos verschwunden. Wir suchten die Zimmer und den Weg zur Jugendherberge ab – nichts war zu finden. Auch in der Jugendherberge war niemand vom Personal mehr vor Ort. Wir brauchten eine Notlösung – in guter Sankt-Martin-Tradition rückten Jugendliche Bettdecken und Kissen für die vier, die nun ohne richtiges Nachtquartier waren, heraus. So machten sie es sich im Gang und im Treppenhaus gemütlich.

Na klar gab es Ärger mit der Heimleitung am anderen Tag, na klar drohten hohe Gebühren, wenn der Schlüssel nicht mehr auffindbar wäre…

Wir besichtigten am anderen Morgen erst einmal den sehenswerten Schleswiger Dom mit seinem ganz besonderen Bordesholmer Altar, ein großartiges Schnittwerk mit weit über hundert Figuren der Passionsgeschichte.

Dann gab es jede Menge freie Zeit zum Shoppen, Essen gehen oder einfach nur Bummeln.

Als das Bowlingcenter am frühen Nachmittag endlich aufmachte, fragten wir auch dort nach dem Schlüssel – und siehe da: dort war er gefunden worden. Die Jungs – und wir alle – waren sehr erleichtert!

Eigentlich hätten wir es noch einige Nächte mehr ausgehalten und Tage sowieso. Aber dann ging es wieder heim. Und wir freuen uns – ihr Konfis hoffentlich auch – auf die Abschlussfahrt im Frühjahr 2019!