Geistliches Wort

Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne:
dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang,

zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn.

(Psalm 27)

 

Liebe Gemeinde,
knapp ein Jahr ist es nun her, dass ich mich in diesem Gemeindebrief bei Ihnen als neuer Pastor vorgestellt habe. Ich finde, ein guter Zeitpunkt, um inne zu halten und einmal auf das erste Jahr zurückzublicken.

 

Ich fand es war ein aufregendes Jahr. Es begann mit ungewöhnlich vielen Beerdigungen und Trauerfeiern. Viele haben gesagt: „Was für eine Belastung.“ Ich habe das aber ganz anders empfunden: Für mich war es ein sehr gute Gelegenheit die Menschen aus den 3 Gemeinden meines Pfarrbezirks schnell, persönlich und intensiv kennenzulernen.

 

Dann kam der Einführungsgottesdienst mit Propst Dr. Bronk und anderen Pastorenkollegen in der St. Gallus Kirche in Neugalmsbüll. Ich kann auch heute nur Danke dafür sagen. Es war ein schöner Gottesdienst mit voller Kirche und danach ein toller Empfang mit Feierstunde im Landjugendheim in Neugalmsbüll. Ich konnte den Tag sehr genießen. Ein Anfang war gemacht. Es wurde mir dabei sehr leicht gemacht. Nach und nach stellte sich dann der Alltag ein mit Sonntagsgottesdiensten, Amtshandlungen, der Arbeit in den Kirchengemeinderäten, bei Gesprächen und der Seelsorge. Vieles gab es zu entdecken, aber auch vieles war neu zu bedenken.

 

So mussten, als Beispiel, für den neuen Konfirmandenjahrgang Entscheidungen über den Fortgang des Konfirmandenunterrichts getroffen werden: Es wird, nach Abstimmung der Konfirmanden, in diesem Jahr das erste Mal eine gemeinsame Konfirmation geben.

 

Weitere Neuerungen gab es besonders beim Gottesdienstplan mit den gemeinsamen Gottesdiensten an Sonntagen und Feiertagen. Bei allen Entscheidungen war es nicht immer einfach, alle Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Mich freut, bei allen Neuerungen, besonders, dass die Anzahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher deutlich angestiegen ist.

 

Bei allem, was im letzten Jahr gut gelaufen ist, aber auch bei allem, was Sorgen bereitet, ist für mich spürbar, dass sich viele Menschen der drei Kirchengemeinden auf den Weg gemacht haben, sei es durch Gottesdienstbesuche in den anderen Gemeinden des Pfarrbezirks oder bei der Bereitschaft zur Mitarbeit im neuen Kirchengemeinderat. Aufbruch und sich auf den Weg machen bedeutet auch immer, etwas abzubrechen.

 

Solange wir auf dem Weg sind, müssen wir immer wieder unsere Zelte abbrechen, um in neues Land aufzubrechen. Jeder Aufbruch macht zuerst einmal Angst. Denn Altes, Vertrautes muss abgebrochen werden. Und während ich abbreche, weiß ich noch nicht, was auf mich zukommt. Das Unbekannte erzeugt in mir ein Gefühl von Angst. Zugleich steckt im Aufbruch eine Verheißung, die Verheißung von etwas Neuem, nie Dagewesenem, nie Gesehenem. Wer nicht immer wieder aufbricht, dessen Leben erstarrt. Was sich nicht wandelt, wird alt und stickig. Neue Lebensmöglichkeiten wollen in uns aufbrechen. Sie können es aber nur, wenn alte Muster abgebrochen werden.

 

Ich wünsche mir, dass die Bewegung in den Kirchengemeinden weitergeht und ich freue mich auf viele neue, schöne, konstruktive und interessante Begegnungen, Gespräche und Diskussionen mit Ihnen und Euch.

 

Herzlichst

Ihr Pastor Sören Zastrow




Tageslosung von Donnerstag, 25. Mai 2017
Himmelfahrt des Herrn
Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.